Wie alles begann

Eine "Schnapsidee" war es nicht gerade (auch wenn einige Leute das behaupten), eher eine Sektlaune, dass wir die Gründung einer Theatergruppe beschlossen! Wir, dass sind Birgit Bischoff und Heidi Stockum. Kennen gelernt haben wir uns natürlich bei Otto, und Freundinnen wurden wir irgendwann nach dem Besuch von Dichterlesungen im Mondschein, Wasserspielen nach klassischer Musik und natürlich durchfeierten Nächten auf der Reeperbahn oder im Karolinenviertel. Unser Lieblingsgetränk ist Sekt, erstens, weil es den Kreislauf gut tut und zweitens, weil wir dann immer wahnsinnige Ideen haben. Wie zum Beispiel die mit dem Theaterspielen.

Ursprünglich wollten wir uns ja eine bereits bestehende Gruppe anschließen, später bekamen wir eine glasklare Vision und fragten uns nur, wieso erst wir darauf gekommen sind. Es war so logisch: Otto brauchte eine eigene Theatergruppe. Zu dem Zeitpunkt hatten wir - glaube ich - sechs Gläser Sekt getrunken.

Interessant war, dass wir unsere Idee tapfer weiterverfolgten, wobei Birgit deutlich mehr Enthusiasmus an den Tag legte als ich. Das war der Zeitpunkt, als wir unseren ersten Termin beim Betriebsrat hatten, und ich rechnete eher mit einem elegant formulierten Rausschmiss als mit Hilfestellung. Es kam dann aber alles ganz anders, und es ist bis heute symptomatisch für die Theater-Arbeit bei Otto geblieben - wir erhielten Unterstützung. Als erstes von Herrn Holdhoff und Herrn Ingensand und im Laufe der Zeit aus allen Bereichen, die wir irgendwann wegen irgendetwas mal angesprochen hatten.

Erst einmal brauchten wir jedoch Gleichgesinnte, die wir über einen Aushang fanden. Das Ergebnis war beeindruckend. Es meldeten sich an die dreißig Leute, eigentlich nur Frauen und ein paar eingeschüchterte Quotenmänner. Zunächst betrat Michbert Scheben die Bühne des Geschehens und er war ein echter Glücksfall für uns. Er spielte Kabarett, leitet den Schulzirkus Pampel Muse mit und Zeit hat er wirklich keine, aber er ließ sich breit klopfen, das Training und die Regie zu übernehmen. Langsam entzerrte sich das Mischungsverhältnis, wobei natürlich bis heute das weibliche Element in der Truppe überwiegt.

Und dann überraschte uns Herr Holdhoff mit der Bühne in Steilshoop, die wir ab sofort jeden Dienstag Abend nutzen durften. Endlich konnte es richtig losgehen. Vorher jedoch schwitzten Birgit und ich in der Thalia Bibliothek, bei dem Versuch, ein Stück zu finden, bei dem alle - mitspielen könnten. Wir verbrachten einen Samstag Vormittag dort und kopierten auf Teufel komm raus alles, was uns unter die Finger kam und irgendwie verwendbar schien. Schließlich und endlich einigte man sich auf “Das Haus in Montevideo” von Curt Goetz. Und jetzt erst begann die ganze Arbeit: Kostüme, Bühne, Requisite und, und, und...

Uns gelang es, den wissenschaftlichen Beweis zu erbringen, dass das Chaos die Grundlage jeder Ordnung ist. Überhaupt, es ist eine Sondertruppe und - was ich ziemlich einmalig finde - von Anfang an haben wir uns alle großartig verstanden, was wirklich nicht selbstverständlich ist. Und jetzt hoffe ich nur noch, dass Ihnen das gefällt, was wir gemeinsam auf die Beine gestellt haben.

Heidi Stockum (Mitbegründerin der Theatergruppe Spunck)
Programmheft Text zu "Ein Haus in Montevideo", September 1994

Über uns

Die Theatergruppe Spunck ist eine Betriebssport-Sparte
des Hamburger Unternehmens Otto und besteht aus Mitarbeitern
der Firmen der Ottogroup und Freunden.

Die öffentlichen Aufführungen finden zwischen Oktober und Februar im Osten Hamburgs statt.

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Kontakt

Birgit Bischoff

+49 40.484.390

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Martina Düvelmeyer

+49 40.20.00.77.52

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